Partnerschaft mit Tottori in Japan

Ausdruck einer lebendigen Städtepartnerschaft

Ein bemerkenswertes Zeichen einer lebendigen Städtepartnerschaft war der einwöchige Besuch einer Hanauer Delegation in der japanischen Partnerstadt Tottori vom 26. April bis 5. Mai 2014. Neben der Pflege alter Freundschaften stand der Kontakt von Schülern und Lehrern der Hohen Landesschule mit einer Wirtschaftsoberschule in der gastgebenden Stadt im Mittelpunkt der Reise. Im Rahmen zahlreicher Begegnungen wurden die Gäste aus der Brüder-Grimm-Stadt auch von dem erst kürzlich gewählten neuen Oberbürgermeister Yoshihiko Fukazawa empfangen.

Als Leiter der dreizehnköpfigen Besuchergruppe überbrachte Karl-Friedrich Schüttler, Pfarrer im Ruhestand und langjähriger Seelsorger am Klinikum Hanau, die Grußbotschaft und Präsente des Hanauer Oberbürgermeisters Claus Kaminsky an seinen Amtskollegen in Tottori. Yoshihiko Fukazawa, der vor Jahresfrist schon einmal Hanau besucht hatte, ist nach erfolgreicher Wahl Nachfolger von Isao Takeuchi, der nicht mehr für das Amt kandidiert hatte. Er wolle ganz in der Tradition seiner Vorgänger die erfolgreiche Städtepartnerschaft weiterhin nach Kräften  unterstützen, erklärte das neue Stadtoberhaupt.

 

Karl-Friedrich Schüttler überreicht Grußbotschaften an Oberbürgermeister Yoshihiko Fukazawa

Als Ergebnis lang währender Kontakte des Hanauer Partnerschaftsvereins mit der Japan-AG der Hohen Landesschule und den gleichermaßen in Tottori unternommenen Anstrengungen mit den Ziel, junge Menschen für die Partnerschaft beider Städte zu begeistern, kam es zu der Begegnung bei der Prefectural School of Commerce in der Partnerstadt. Alle dortigen Schüler und die gesamte Reisegruppe waren zu einer beeindruckenden Schulfeier eingeladen, die schließlich in kleinerem Rahmen im direkten Schüleraustausch mit der Teilnahme am Unterricht ihren Abschluss fand. Die Holaner Lehrkräfte Thorsten Fessel und Franziska Grebenstein mit ihren Schülern Collin Keller, Lillian Skär und Alexander Petek zeigten sich anschließend ebenso wie die Gastgeber der Wirtschaftsoberschule zuversichtlich, die Begegnungen junger Menschen beider Schulen fortsetzen und ausbauen zu können.

Beeindruckend die Schulgemeinde der Prefectural School of Commerce

Auf dem eng terminierten Besuchsprogramm standen eine Reihe offizieller Empfänge und Einladungen von Gruppen und Bürgern Tottoris, die ihrerseits schon mehrfach Hanau besucht hatten und in einem intensiven Austausch mit langjährigen Freunden aus der  Brüder-Grimm-Stadt stehen. Höhepunkte neben eines Empfangs in der Residenz des Gouverneurs und im Rathaus, über die ein lokaler Fernsehsender ausführlich berichtete, waren unter anderem auch die Festlichkeit beim Freundschaftsverein Tottori unter dem Vorsitz von Hiroki Anji, einem ehemaligen Schulleiter. Präsente und Grußworte wurden getauscht und einer alten Tradition folgend deutsche und japanische Lieder gemeinsam angestimmt.

Das obligatorische Gruppenbild mit den Gastgebern des Freundschaftsvereins

Eingerahmt von einem gemeinsames Ausflugsprogramm war die Visite im Internationalen Spielzeugmuseum Warabekan, das seit nunmehr einem Vierteljahrhundert partnerschaftlich mit dem Hessischen Puppenmuseum in Wilhelmsbad verbunden ist, sowie eine Feier in der Nakanogo-Grundschule, die seit 15 Jahren enge Beziehungen zur Wilhelm-Geibel-Schule unterhält. Gern erinnerte man sich an die Reiseteilnehmerin Albrun Knof, die seinerzeit im Alter von sieben Jahren für zwei Monate jene Grundschule in Tottori im Rahmen eines Schüleraustauschs mit der Hanauer Partnerschule besucht hatte.

Erinnerung an den Gastschulbesuch von Albrun Knof vor 15 Jahren. Rechts im Bild Schulleiter Kazunari Okumura.

Anwesend bei dieser Feier waren auch Vertreter der Junpu-Schule, die seit zehn Jahren eine Partnerschaft mit der Brüder-Grimm-Schule pflegt.

Im Rahmen des offiziellen Besuchsprogramms wurden zahlreiche Freundschaften mit alten Bekannten aufgefrischt und Erinnerungen ausgetauscht, bevor die Reisegruppe, tief bewegt von japanischer Gastfreundschaft, mit einem individuellen touristischen Programm in Hiroshima und Kyoto die anstrengende aber eindrucksvolle Partnerschaftsbegegnung abschloss./wa

 

Die Reisegruppe nach ihrer Ankunft am Flughafen Kansai in Osaka. Nicht auf dem Foto zu sehen ist die Fotografin Hanne Baumecker. Rechts die für die Partnerschaft bei der Stadtverwaltung Tottori zuständige Koordinatorin Ines Müller und ihr japanischer Kollege.

Karl-Friedrich Schüttler bei einem Fernsehinterview nach dem Empfang bei Oberbürger- meister Yoshihiko Fukazawa, umrahmt von Thorsten Fessel mit seiner Schülerin Lillian Skär und Ines Müller.

Einige Reiseteilnehmer beim Besuch des einzigartigen Sandskulpturenmuseums.

Und hier noch eine kleine Fotoauswahl ohne Kommentar


Text: Wolfgang Walther                                                                   

Fotos: Hanne Baumecker und private Aufnahmen, die uns freundlicherweise von Freunden zur Verfügung gestellt wurden.