Partnerschaft mit Tottori in Japan

Hanauer Delegation in Tottori                                       Ehrenbürgerwürde für Kaminsky                                    Ein Stern namens Hanau

Nach einem mit offiziellen Terminen, Gesprächen und Besichtigungen gespickten viertägigen Besuchsprogramm sind Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, die stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Hildegard Geberth, Stadtrat Lutz Wilfert und der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Tottori–Hanau e.V., Wolfgang Walther, mit weiteren fünf Hanauer Delegationsmitgliedern wieder aus Japan zurückgekehrt.
Anlass für die Reise in das Land der aufgehenden Sonne war der offizielle Festakt „10 Jahre Städtepartnerschaft Tottori – Hanau“ und „150 Jahre diplomatische Beziehungen Japan – Deutschland“. Auf der Festversammlung im Internationalen Spielzeug- und Kinderliedmuseum Warabe-kan wurde Claus Kaminsky stellvertretend für die Hanauer Bevölkerung die außerordentliche Ehrenbürgerwürde von Oberbürgermeister Isao Takeuchi überreicht. Die hohe Ehre ging bisher allen Stadtoberhäuptern der Partnerstädte Tottoris zu. Darüber hinaus erhielten die „Mutter der Partnerschaft“ Gertrud Rosemann, die Präsidentin des Clubs Soroptimist International Hanau, Ritva Knof, und der Vorsitzende des Partnerschaftsverein Tottori – Hanau, Wolfgang Walther, Dankesurkunden für ihr Engagement zu Gunsten der Opfer und Wiederaufbaubemühungen nach der Erdbeben-, Tsunami- und Reaktorkatastrophe von Fukushima. Die Delegation konnte Schecks von über 22.000 Euro an Soroptimist International Tottori und den dortigen Freundschaftsverein übergeben, die von Hanauerinnen und Hanauern gespendet wurden und nun vor Ort an die notleidende japanische Bevölkerung weitergereicht werden.
Für Oberbürgermeister Claus Kaminsky und die Delegation war der Besuch daher nicht nur wegen des offiziellen Partnerschaftsjubiläums Pflicht, sondern ständig geprägt durch Zeichen der Solidarität, des Mitgefühls und der Unterstützung für die japanischen Freunde angesichts der Natur- und Umweltkatastrophe. Auch wenn Tottori nicht direkt vom Tsunami und den Ereignissen in Fukushima betroffen ist, wurde in den vielen Gesprächen und Kontakten mit der Bevölkerung immer wieder anerkennend gewürdigt, dass der Hanauer Besuch ein wichtiges Zeichen der Solidarität, Unterstützung und wahren Partnerschaft auch in schwerer Zeit bedeute. Diese Auffassung teilte ebenso der Gouverneur der Präfektur Tottori Shinji Hirai, der die Delegation zu einem Meinungsaustausch in seiner Residenz empfing.
Neben politischen Gesprächen mit Bürgermeister Isao Takeuchi und Parlamentspräsident Terunori Nakanishi stand für die Reisegruppe auch eine Konferenz über Stadtentwicklungsprojekte bei IHK-Direktor Terumitsu Shimizu, Stadtplanern und Wirtschaftsförderern auf der Tagesordnung. Hier waren auf Hanauer Seite insbesondere der Wettbewerbliche Dialog, Stadtumbau und Konversion interessante Themen für die Gastgeber, die wiederum über neue Angebote zu Arbeit, Wohnen und Infrastruktur im Zentrum der rund 200.000 Einwohner zählenden Stadt Tottori berichteten. „Der Erfahrungsaustausch zum Themenfeld Stadtplanung soll unbedingt fortgesetzt werden, weil er wegen gleichgelagerter zu lösender Problemfelder für beide Seiten ungeheuer fruchtbar war“, so Kaminsky.
Einer der Höhepunkte des Besuches war sicherlich die Namensvergabe „Hanau“ für einen vom Saji Astropark der Stadt Tottori 1999 entdeckten Asteroiden, die Claus Kaminsky vornehmen durfte. Der Planetoid mit bisheriger Nr. 75058 liegt rd. 385 Millionen km entfernt zur Sonne zwischen Mars und Jupiter. Mit zwei bis vier Kilometer Radius und einer Helligkeitsgrößenklasse 19 wird sich „Hanau“ im September-Oktober dieses Jahres der Erde nähern und könnte damit mit dem Teleskop zu beobachten sein.
„Es sind gerade die persönlichen Kontakte zwischen Menschen und Institutionen, die Städtepartnerschaft erlebbar machen, das Fundament bilden für interkulturelles Lernen über eigene Horizonte hinaus, Verstehen untereinander und damit Frieden auf der Welt“, so Claus Kaminsky und Vereinsvorsitzender Wolfgang Walther mit Ihren japanischen Partnern Isao Takeuchi und Jiro Yamamoto. Sie freuen sich bereits heute auf den Gegenbesuch aus Tottori zur Feier der Partnerschaft am 20. November in Hanau. Dann werden 10 offizielle Gäste und eine Bürgerdelegation erwartet, die Hanau und die Region näher kennen lernen wollen. Ein ansprechendes Besuchs- und Besichtigungsprogramm ist bereits in Vorbereitung.                                 Text: Martin Hoppe                                                                                                      

Die Hanauer Delegation mit den japanischen Freundinnen und Freunden nach der Begrüßung durch Bürgermeister Isao Takeuchi

Spendenübergabe an Bürgermeister Isao Takeuchi


Am 10. August 2011 überreichte Jiro Yamamoto als Vorsitzender des Freundschaftsvereins Hanau-Tottori gemeinsam mit Masayoshi Yamamoto und weiteren Vorstandsmitgliedern die im Juli überbrachte Geldspende  des Hanauer Partnerschaftsvereins an Bürgermeister Isao Takeuchi. Das Stadtoberhaupt von Tottori sicherte die unverzügliche Weitergabe an die Stadt Koriyama in der von der Naturkatastrophe betroffenen Präfektur Fukushima zu. Beide Städte pflegen ebenfalls partnerschaftliche Beziehungen.