Partnerschaft mit Tottori in Japan


Betroffenheit und Anteilnahme                                                 nach der Naturkatastrophe am 11. März 2011



Mit großer Bestürzung nehmen die Menschen in Hanau Anteil an dem Schicksal des japanischen Volkes nach der Natur- katastrophe am vergangenen Freitag. Auch die Mitglieder unseres Partnerschaftsvereins trauern um die Toten und fühlen mit den Angehörigen.

Unsere Gedanken sind auch bei unseren Freunden in Tottori. Auch wenn unsere Partnerstadt zunächst noch nicht unmittelbar betroffen ist, dürften die Auswirkungen der Katastrophe langfristig auch das Leben der Bürgerinnen und Bürger in Tottori berühren.

Nachstehend ein aktuelles Schreiben, das Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky an das japanische Generalkonsulat in Frankfurt sowie an den Oberbürgermeister der Stadt Tottori übermittelt hat.

Sehr geehrter Herr Oberbuergermeister Takeuchi,              lieber Kollege,                                                                       werte Buergerinnen und Buerger in Tottori!

Wir alle sind sehr erschuettert ueber die Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in Japan.

Für die Buergerinnen und Buerger der Brueder-Grimm-Stadt Hanau und zugleich Partnerstadt Tottoris spreche ich Ihnen mein Beileid und Mitgefuhl fuer die umgekommenen japanischen Staatsbuergerinnen und Staatsbuerger aus. Ich hoffe, dass Sie die Katastrophe sehr schnell bewaeltigen koennen.

Nach uns vorliegenden Informationen scheint Tottori von dem Erdbeben und den Flutwellen nicht direkt betroffen zu sein. Ich hoffe, dass dies so ist und waere Ihnen für eine Bestaetigung aeußerst dankbar. Falls Hilfe aus Hanau, Ihrer deutschen Partnerstadt Hanau, benoetigt wird, so lassen Sie mich dies bitte wissen.

Gerade im Jubilaeumsjahr der 150-jaehrigen Freundschaft zwischen Japan und Deutschland und der 10-jaehrigen Staedtepartnerschaft zwischen Tottori und Hanau muessen wir zusammenhalten.

Seien Sie unserer Anteilnahme und Solidaritaet gewiss.

Mit allen erdenklich guten Wuenschen!

Ihr Claus Kaminsky

Oberbuergermeister der Stadt Hanau


Spenden willkommen

Die Bereitschaft für Spenden an unsere Partnerstadt ist erfreulich groß. Obwohl Tottori nicht unmittelbar von dem Erdbeben und dem Tsunami am 11. März und in der Folge von der Atomkraftwerkskatastrophe in Fukushima betroffen ist, wäre Tottori für Geldspenden dankbar. Die Hilfe würde von dort unmittelbar an die Stadt Koriyama weitergeleitet. Koriyama ist ebenfalls eine Partnerstadt und liegt zirka 60 km vom AKW Fukushima I entfernt. Dort gibt es Schäden an zahlreichen Gebäuden, zudem ist die Infrastruktur erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Viele obdachlos gewordene Katastrophenopfer sind dort bereits untergebracht, und viele werden noch erwartet.

Wir bedanken uns schon jetzt bei den zahlreichen Spendern, darunter die Karl-Rehbein-Schule und die Paul-Hindemith-Musikschule, die Zeichenakademie, der Soroptimist International Club Hanau sowie weitere Schulen, öffentliche Institutionen und Privatpersonen.

Spenden erbitten wir auf unser Vereinskonto Nr. 76737 bei der Sparkasse Hanau (BLZ 506 500 23), von wo aus die Hilfe über den Freundschaftsverein Hanau-Tottori unserer Partnerstadt zugeleitet wird. Falls erwünscht, können wir auch Spendenbescheinigungen ausstellen.

Eine stolze Spendenbilanz


Zum Probieren köstlicher Weine und gleichzeitig für die Opfer der Naturkatastrophe in Japan Gutes zu tun hatte der Spezialitätenladen „Edeltropfen“ in der Wenckstraße im Stadtteil Steinheim und die Steinheimer Nachbarschaftshilfe eingeladen. Unterstützt wurde die Spendenaktion vom örtlichen Gewerbeverein.
Dank des guten Zuspruchs vor allem vieler Stammkunden, die großzügig ihren Obolus für die Verkostung entrichteten, konnte die Gastgeberin und Geschäftsinhaberin Gülseren Eren in diesen Tagen den kompletten Erlös der vierstündigen Veranstaltung in Höhe von vierhundert Euro als Spendensumme an Wolfgang Walther, den Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Tottori-Hanau, übergeben.
Mit dieser Zuwendung aus Steinheim hat der Partnerschaftsverein sein Spendenkonto vorläufig abgeschlossen und eine erfreuliche Bilanz gezogen. Mit der stolzen Summe von rund fünfzehntausend Euro, die nunmehr der Partnerstadt Tottori zur Verfügung gestellt wurde, soll direkte Strukturhilfe für die in der Präfektur Fukushima rund 60 Kilometer vom zerstörten Kernkaftwerk gelegene Stadt Koriyama geleistet werden. Die landesinnere Partnerstadt von Tottori, die nicht gänzlich vom Erdbeben und der Tsunamiflut unmittelbar betroffen ist, muss derzeit die Aufnahme tausender Flüchtlinge aus den zerstörten und noch unbewohnbaren Nachbarschaftsregionen bewältigen.
Der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins bedankt sich bei den Schülerinnen und Schülern der Karl-Rehbein-Schule und der Paul-Hindemith-Musikschule, die mit Unterstützung der Baptistengemeinde Hanau einen ansehnlichen Spendenbetrag aufgebracht haben, sowie bei den Grundschülern der Tümpelgartenschule und der Brüder-Grimm-Schule, die mit besonderen Aktionstagen beträchtliche Summen sammeln konnten.
In der Lindenauschule im Stadtteil Großauheim, die ebenfalls eine stolze Spende zur Verfügung gestellt hat, beschrifteten die Schülerinnen und Schüler eine dreißig Meter lange Papierrolle mit ihren Grüßen und guten Wünschen für die notleidende japanische Bevölkerung in der betroffenen Region. Die „Rolle der Anteilnahme“ ist inzwischen auch auf den Weg nach Tottori gebracht worden.
Seinen Dank übermittelt Wolfgang Walther auch der Hanauer Zeichenakademie, die nach einer Spendengala den beträchtlichen Erlös von Schmuckversteigerungen gespendet hat. Namhafte Unternehmungen, Geldinstitute und Gewerbebetriebe hatten die Aktion wirkungsvoll unterstützt. Nicht minder zu Dank verpflichtet sieht sich der Vereinsvorsitzende auch bei dem Steinheimer Pflegezentrum Mainterrassen, den zahlreichen privaten Spendern und nicht zuletzt der Nachbarschaftshilfe und dem Delikatessenlädchen in der Wenckstraße in Steinheim.
Mögen die zahlreichen Spenden aus der Brüder-Grimm-Stadt als Zeichen gelebter Partnerschaft zwischen Tottori und Hanau den von der Naturkatastrophe und dem Reaktorunglück in Fukushima betroffenen Frauen, Männern und Kindern in ihrer Not helfen und ihnen den Weg in einen normalen Alltag erleichtern, sagte der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Tottori-Hanau abschließend./wa